Freitag, 11. Juli 2008

Geprügelte Jungs

Wieder einmal haben offenbar US-Streitkräfte in Afghanistan ganz normale Zivilisten getötet.

Was, so fragt man sich, haben die Amerikaner - und auch die Deutschen!! - in Afghanistan verloren?

Nichts. Sie sind aber gerade dabei, etwas zu verlieren - ihre Glaubwürdigkeit!

Afghanistan ist zwar - mit westlichen Massstäben beurteilt - ein rückständiges Land. Aus unserem Empfinden heraus hat es dort auch viele Ungerechtigkeiten gegeben - als Frau denke ich auch mal an die Stellung der Frau in der afghanischen Gesellschaft.

Aber - bitte schön - was geht UNS das an!? Sollen wir in allen Ländern militärisch eingreifen, in denen es ungerecht zugeht? In China? In Russland? In Nord-Korea? In Zimbabwe? Im Sudan? Nur um mal die üblesten Orte zu nennen!

Lächerlich, diese Annahme. Aber warum dann ausgerechnet in Afghanistan? Die Afghanen waren schon eine Kultur-Nation, als bei uns noch die Kelten in den Bäumen sassen und sich mit Knüppeln nieder machten.

Noch kein Eroberer hat in Afghanistan Fuss fassen können - und dies seit 2000 Jahren. Alexander der Große war zweimal dort, die Inder haben es versucht, im 19. Jahrhundert die Engländer, im 20. Jahrhundert die Russen - und nun will die NATO schaffen, was nicht zu schaffen ist? Und wozu eigentlich?

Halten wir uns doch raus aus "fremder Leutes Angelegenheiten" - kehren wir vor unserer eigenen Türe.

Unsere Demokratie wird eben NICHT am Hindukusch verteidigt!

Der Unterschied zwischen Mann und Frau


Aufgeschnappt in HIER

Dienstag, 8. Juli 2008

Gangster im Netz

Über das Thema AGBs habe ich mich ja schon ausführlich ausgelassen. Tatsache ist ja, dass alleine die Tatsache, dass eine Firma im Ausland sitzt, keinerlei Rückschluss erlaubt, dass die Firma seriös ist oder nicht. Auch ich selbst wohne nicht in Deutschland und fühle mich dadurch nicht als Verbrecher. Auch meine Geschäfte mag jemand für gut oder nicht gut halten - sie sind aber allesamt legal. Allerdings wird man sich wohl mit Fug und Recht ein Angebot genauer ansehen, wenn da eine Firma in Panama oder Dubai sitzt - man wird erst mal testweise gucken, wie deren Geschäftsgebaren sind.

Neulich habe ich schon einmal geschrieben über einen Quiz , der der beliebten Sendung im RTL-Fernsehen nachempfunden ist - Farbgebung, Musik, Stimmung, alles lässt automatisch an die Sendung denken. Aber - für das "Denken" des Benutzers ist natürlich der Betreiber nicht verantwortlich. Man sollte sich schon die AGBs durchlesen. Und da kommt man schnell dahinter, dass man nur "Bahnhof" versteht. Wenn die AGBs aber so gestaltet sind, dass man sie nicht versteht, sollte man auch die Finger von einem Angebot lassen.

Heute ist mir - zum wiederholten Male - in einem Mailtauscher der Link zu einem neuartigen Fernseh-Angebot im Internet untergekommen. Schon die Toplevel-Domain lautet auf ".tv" - was natürlich mit Fernsehen nichts zu tun hat, sondern mit dem pazifischen Idyll Tuvalu. Und - für den EINDRUCK des Besuchers "kann" ja der Anbieter nichts.

Groß und nicht übersehbar wird da hingewiesen, dass man: "ohne Decoder und Hardware", "ohne Software-Download", "Live" fernsehen kann per Mausklick, täglich über 1000 Live-Events erhalten kann - und, am Schönsten: das alles ist KOSTENLOS.

So steht es jedenfalls groß auf der Startseite. Und natürlich - ist das GELOGEN.

Kostenlos ist es nämlich nur, wenn die Bedingungen in den AGB nichts anderes aussagen. Dort steht aber in einem Passus: "Sofern der Kunde die Testmitgliedschaft nicht innerhalb der 14 Tage kündigt, verlängert sich der Vertrag in eine Premium-Mitgliedschaft mit einer Mindestvertragslaufzeit von zwölf Monaten." Das ist schon mal gemein, wenn auch leider sogar bei "seriösen" Unternehmen üblich. Schlimmer ist das hier: hat der Anbieter ... "mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden bereits vor Ende der Widerrufsfrist mit der Ausführung ihrer Dienstleistung begonnen oder hat der Kunde die Ausführung der Dienstleistung selbst veranlasst, erlischt das Widerrufsrecht des Kunden vorzeitig." - Aha - also mit Abruf des ERSTEN Angebots, egal ob brauchbar oder nicht, egal ob auf chinesisch oder amharisch, das Widerrufsrecht des Kunden ist erloschen. Ach ja, Gerichtsstand der Kameraden liegt am Persischen Golf.

Ich weiß schon, hier geht ein wenig das Widerrufsrecht durcheinander mit dem Kündigungsrecht. Aber es liegt alles auf der gleichen Linie. Der Witz ist, dass das gesamte Angebot auch völlig kostenlos im Netz zu erhalten ist, wenn auch nicht ohne Download.

Das Angebot ist vielleicht noch zu frisch, habe in den üblichen Abzocker-Foren noch nichts gefunden. Aber HIER steht ein wenig drüber, HIER auch. Und täglich gibt es neue Warnungen.



Montag, 7. Juli 2008

Abzocker im Netz

Schnell gerät man ins Gerede ein Abzocker zu sein.

Was ist nun ein Abzocker?

Das definiert man sicher nur für sich selbst - so manches ist legal - und man empfindet es dennoch als Abzocke. Ein Schelm, wer da nun an das Finanzamt oder die Benzinpreise denkt.

Es gibt auch ein großes Telekommunikations-Unternehmen - welches monatlich Rechnungen versendet, die nicht geprüft und kaum überprüfbar sind. Allerdings lohnt es sich, genau dies zu tun - aber Überprüfen im rechtlich einwandfreier Form, also BEWEISBAR. So war es mir passiert, dass ich eine DSL-Leitung bestellt hatte - und diese auch eingerichtet wurde. Und dennoch erhielt ich einen Monat später eine Rechnung für Internet-Zugang per ISDN, abgerechnet nach Minuten. Das ist in einem Monat sehr viel Geld.

Natürlich habe ich bei der Hotline angerufen - da wurde ich von Pontius zu Pilatus weitervermittelt. Es kam eine Mahnung. Natürlich habe ich höflich noch einmal schriftlich meine Sichtweise dargelegt. Keine Reaktion erstmal. Plötzlich dann ein Schreiben von einer Anwaltskanzlei. Auch denen habe ich noch einmal geschrieben - keine Reaktion, nur eine verschärfte Mahnung mit horrenden Kosten und Teilzahlungsangebot.

Irgendwann kam dann ein Mahnbescheid - gegen den ich fristgerecht widersprochen habe. Dann kam eine Klage mit Terminsbestimmung - zugestellt vom Gericht. Dies hat mich veranlasst, nun alle Belege (Rechnungen, Anschlussprotokoll, Mahnung etc.) in einem Ordner zu sammeln. Schliesslich muss der Kläger MIR beweisen, dass ich zahlungspflichtig bin - und aus eigener Erfahrung reicht es einem Richter, wenn man die Argumente des Klägers ins Wanken bringt. Eine Woche vor dem Gerichtstermin wurde die Klage zurück genommen. Habe nie wieder was von denen in der Sache gehört.

ALSO: BLEIBT RUHIG, lasst euch nicht verängstigen, denn genau DAS ist deren Geschäft!

Aber - was IST nun Abzocke?

Genau sowas. Das Herumreiten auf irgend welchen versteckten, vielleicht sogar unwirksamen AGBs (Allgemeinen Geschäftsbedingungen). Das Schreiben von bösen Mails mit Behauptungen und Drohungen, die auf den ersten Blick plausibel klingen, von der Rechtsprechung aber längst für unwirksam erklärt worden sind. Oder gar völlig Falsches behaupten.

Neuestes Beispiel ist ein Quiz im Netz, das auf den ersten Blick sehr der beliebten Sendung im RTL-Fernsehen ähnelt. Selbst wer sich die AGBs ansieht wird dort kaum etwas finden, was nicht in Ordnung wäre - schliesslich möchten auch die Betreiber der Quiz-Seite etwas verdienen -> ok.

Aber die dort verwendeten Begriffe sind missverständlich - und auch die Tatsache, was denn nun "ein Spiel" sei - und wie viele Fragen bis zur höchsten Gewinnstufe führen - all dies KANN man aus den AGB heraus lesen, aber nur, wenn man sehr viel Routine hat! Der Normalbürger hat KEINE Chance, die Fallstricke dort zu entdecken.

Es gibt eine ganze Anzahl von Menschen, die bereits HUNDERTE oder gar TAUSENDE Euros dort verzockt haben - oh Entschuldigung - nicht "verzockt", sondern an Spielgebühren berappt haben. Denn der "Spieleinsatz" IST gar keiner, sondern eine Spielgebühr! Und hier handelt es sich NICHT um Wortspielchen, sondern um grundlegend unterschiedliche rechtliche Bewertung der Geldforderung!

Lest genauer nach, wenn ihr selber betroffen seid, nur mal 2 Links zur Vertiefung:

http://www.meinungsfreiheit.li/archives/millionenquizshow.de-837.html

oder http://www.onlineabzocke.de/blog/abofalle-millionen-quiz-show

http://www.heise.de/ct/07/20/098/default.shtml

LASST euch nicht verarschen!

Mittwoch, 2. Juli 2008

Warum heisst dieser Blog eigentlich "Revista24"?

Och, ganz einfach. Revista "ohne" die 24 war schon vergeben. Und "Revista" sollte schon enthalten sein im Blognamen.

Revista - das ist das spanische Wort für Zeitschrift, wörtlich genommen: Rückblick.

Jaja, die Fremdsprachen. Aber wenigstens die Weltsprachen sollte man wenigstens verstehen können - da ereichen schon die 400 wichtigsten Wörter einer Sprache. Natürlich kann man da noch keine trennungsscharfen Diskussionen führen - aber auch in unserer Muttersprache sind die wenigsten Menschen in der Lage, feine Unterschiede in der Bedeutung von Sprachen zu erkennen.

Heute gibt es Online-Kurse zum Erlernen von Fremdsprachen - versuchen Sie sich doch einfach mal in Spanisch. Sie werden schnell erkennen, wie schön und zufriedenstellend es ist, wenn man die ersten Sätze verstehen und sich sogar verständlich machen kann.

Was ist nun eine Weltsprache? Ich denke, da befinden wir uns gerade in einem irrsinnigen Wandel. Wer hätte vor 5 Jahren noch daran gedacht, bei dem Begriff Weltsprache an Chinesisch oder Hindi zu denken? Aber mal ganz ehrlich - diese beiden Sprachen werden von mehr als einem Drittel der Weltbevölkerung gesprochen.

Oder Arabisch! Rund eine Milliarde Menschen spricht (oder versteht zumindest) Arabisch!

Und dennoch - es ist auch heute sicher kein Fehler, wenn man sich an die Sprachen Englisch und Spanisch hält - sicher auch ist Französisch nicht zu vergessen. Und was ist mit Russisch?

Also, packen wir´s an!



ass-webkatalog.de

Dienstag, 1. Juli 2008

Magnus Gäfgen

Der Fall des heute 33-jährigen Magnus Gäfgen erregt derzeit mal wieder die Gemüter. Für die jüngeren LeserInnen ein kurzer Rückblick.

Magnus Gäfgen, seinerzeit ein Student, schlich sich in das Vertrauen des damals 11-jährigen Millionärssohns Jakob von Metzler aus Frankfurt ein. Im Jahre 2002 entführte er den Jungen und ermordete ihn. Trotzdem erpresste er von dessen reichen Eltern ein Lösegeld. Bei der Geldübergabe dann konnte Gäfgen festgenommen werden.

Der Verbrecher weigerte sich jedoch, der Polizei gegenüber den Verbleib des Jungen zu verraten - die Polizei ging ja davon aus, das Kind sei noch am Leben.

Um Gäfgen zum Reden zu bringen, also den Aufenthaltsort des kleinen Jakob zu verraten, liess der damalige Vizepräsident der Polizei Frankfurts dem Verbrecher "nie gekannte Schmerzen" androhen. Klar, das ist ein klarer Verstoss gegen das Verbot Gewalt anzuwenden oder auch nur anzudrohen.

Gäfgen und sein Anwalt wollten nun, letztinstanzlich, vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte die Aufhebung des Urteils zu lebenslanger Haft erreichen - mit der Begründung, das Geständnis Gäfgens sei unter Androhung von Folter erpresst worden. Er berief sich dabei auf Artikel 3 und 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention.

Endlich hat der Gerichtshof mit überwältigender Mehrheit diesen Einwand des Mörders zurück gewiesen. Gäfgen bleibt in Haft. Schließlich sei die Folterandrohung ja nicht auf das Ziel gerichtet gewesen ein Geständnis zu erzwingen, sondern um den Aufenthaltsort des Kindes zu ermitteln. Die Tatsache, dass Gäfgen einen Mord begangen habe sei von diesem Geständnis aber völlig unabhängig.

Natürlich NICHTS dagegen, dass ein Straftäter - wie auch jeder andere Mensch - sich bis zur letzten Instanz und unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten für sein Recht kämpft. Und natürlich ist es geradezu die Pflicht eines jeden Anwalts, seinen Mandanten ALLE Möglichkeiten zu eröffnen, die der Gesetzgeber nun einmal vorgesehen hat. Es geht nicht an, einem Anwalt für seinen Einsatz etwa Vorhaltungen zu machen.

Aber wie sieht es mit Gäfgen selber aus? Tritt ihm nicht die Schamesröte ins Gesicht, wenn er einem kleinen Menschen sein Recht auf körperliche Unversehrtheit, ja sogar sein Leben nimmt, dann aber für sich selber alle Rechte reklamiert? Kann er sich nicht in seiner Zelle verkriechen und trauern über dieses masslose Verbrechen, das er begangen hat?

Irgendwie erscheint es mir, dass Gäfgen wohl krank sein muss. Krank im Kopf. Oder wollte er nur den Rechtsstaat vorführen? Ihn lächerlich machen? Hat er tatsächlich geglaubt, durch juristische Mätzchen auf freien Fuss zu kommen? Als damaliger Jurastudent liegt der Gedanke nahe. Es kommt wohl öfters vor, dass Jurastudenten z.B. ihren Vermietern das Leben schwer machen, indem sie alle Winkelzüge von Vorschriften heranziehen, um sich um Mietzahlungen, Renovierungen etc. zu drücken. Haben wir es hier einfach mit einem Traumtänzer zu tun, der die Relation zwischen der Schwere verschiedener Gesetzesbrüche verloren hat?

Dienstag, 24. Juni 2008

Falschmeldungen - Sensationsmeldungen - Hoax

Wer hat das in den letzten Wochen nicht mitbekommen: selbst renommierte Zeitungen und Fernsehstationen berichteten von einem Indianerstamm im Amazonasbecken, der verschreckt einen Hubschrauber mit Pfeil und Bogen angriff. Das Grenzgebiet zwischen Brasilien und Peru ist tatsächlich eine der abgelegensten Gebiete der Erde.

Es wäre ja auch zu schön um wahr zu sein - gäbe es tatsächlich noch solche "Inseln der Seeligen" - die eine Nische in unserer Welt gefunden haben.

Leider ist auch diese Meldung (http://tinyurl.com/66h5ce oder http://tinyurl.com/5lnvdv ) etwas vorschnell in die Welt gesetzt worden. Der in diesen Meldungen beschriebene und gefilmte Stamm mag in der Tat noch nie einen Hubschrauber gesehen haben. Und natürlich sind solche Menschen dann verschreckt und verängstigt, wenn so ein knatterndes Ungetüm am Himmel erscheint. Mein Respekt an den Mut dieser Menschen, die mit ihren unzulänglichen Waffen ein solches Monstrum angreifen um ihre Familien zu beschützen! Üblicherweise verschwinden solche Menschen in den Wäldern - so wie sich bis heute Hühner verstecken, wenn sie einen vermeintlichen Raubvogel am Himmel entdecken.

Der Stamm ist den Behörden schon seit 1910 bekannt, wie Mike Krumboltz (http://buzz.yahoo.com/buzzlog/91536) in seinem Artikel belegt.

(kg 24.06.2008)